|
Das katholische Apostolat
Die Träume des Heiligen waren groß. Ihn durchpulste das Wort
Jesu: „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu bringen“. Um
das allgemeine „katholische“ Apostolat in die Tat
umzusetzen, brauchte es einen Verein, der drängender Motor und
belebendes Herz sein sollte. Deshalb gründete er die Vereinigung
des Katholischen Apostolates und stellte ihr die besondere Aufgabe, die
Katholiken zu einer tiefen Überzeugung ihrer apostolischen
Berufung zu führen und ihre Liebe zu entzünden, damit sie
ihre Berufung in die Tat umsetzen. Priester, Brüder und
Schwestern, Pallottiner und Pallottinerinnen genannt, bilden den
innersten Kreis des Apostolates. Um sie herum schließen sich ganz
im Sinne des Heiligen alle Menschen, die versuchen seine Träume
der Vergangenheit in unserer Gegenwart lebendig und wirklich werden zu
lassen.
|
Emanzipation der Laien
Pallottis Träume brachten Bewegung in die Zwänge der Kirche,
Offenheit in die verhärteten Strukturen. Er denkt bereits an die
volle Emanzipation der Laien. Nur so sieht er die rettende und
fruchtbare Zukunft einer weltweiten Kirche. Nur in der engen
Zusammenarbeit von Priestern und Laien (UNIO) kann die Evangelisation
der Welt gelingen. Die Laien sind „Frauen und Männer“
der Kirche inmitten der Welt und Frauen und Männer inmitten der
Kirche“. Ihnen kommen Aufgaben zu, die von den Priestern und der
geordneten Hierarchie nicht zu lösen und zu bewältigen sind.
Ohne Mitwirkung von Laien kann das Apostolat nicht voll entfaltet
werden. Der Heilige Vinzenz musste über hundert Jahre warten, ehe
seine Gedanken von einem Konzil – nach dem er schon zu seinen
Lebzeiten verlangt hat – von der Kirche angenommen wurden. Die
Sekunden der Ewigkeit gehen halt doch langsamer.
|