Die Liebe Christi
  drängt ...

Vinzenz Pallotti, 1795 - 1850

Man nannte ihn den Apostel von Rom. Man verehrte ihn schon zu Lebzeiten als Heiligen.
Pallotti ist der Gründer der Gesellschaft vom katholischen Apostolat (Pallottiner)

Vinzenz Pallotti, 1795 - 1850

Das Apostolat

Eines der wichtigsten Worte im Leben Vinzenz Pallottis war der Begriff Apostolat. Darunter verstand er „den Glauben neu zu beleben und die Liebe neu zu entzünden und sie in der ganzen Welt zu verbreiten“. Apostolat ist das Engagement für die Sache Gottes, Sorge für die Ausbreitung des Reiches Gottes, Verantwortung für den Mitmenschen.

Vinzenz Pallotti löste die Aufgabe des Apostolates aus der hierarchischen Verengung, in die sie im Laufe der Geschichte gedrängt worden war. Er gab ihr die ursprüngliche Weite zurück und kündete die missionarische Berufung aller Gläubigen. Das Zweite Vatikanische Konzil machte das erneut bewusst und bestätigte im Nachhinein die Richtigkeit der großen Träume unseres Heiligen. Seine Vergangenheit ist unsere und der Kirche Zukunft.

Das katholische Apostolat

Die Träume des Heiligen waren groß. Ihn durchpulste das Wort Jesu: „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu bringen“. Um das allgemeine „katholische“ Apostolat in die Tat umzusetzen, brauchte es einen Verein, der drängender Motor und belebendes Herz sein sollte. Deshalb gründete er die Vereinigung des Katholischen Apostolates und stellte ihr die besondere Aufgabe, die Katholiken zu einer tiefen Überzeugung ihrer apostolischen Berufung zu führen und ihre Liebe zu entzünden, damit sie ihre Berufung in die Tat umsetzen. Priester, Brüder und Schwestern, Pallottiner und Pallottinerinnen genannt, bilden den innersten Kreis des Apostolates. Um sie herum schließen sich ganz im Sinne des Heiligen alle Menschen, die versuchen seine Träume der Vergangenheit in unserer Gegenwart lebendig und wirklich werden zu lassen.

Emanzipation der Laien

Pallottis Träume brachten Bewegung in die Zwänge der Kirche, Offenheit in die verhärteten Strukturen. Er denkt bereits an die volle Emanzipation der Laien. Nur so sieht er die rettende und fruchtbare Zukunft einer weltweiten Kirche. Nur in der engen Zusammenarbeit von Priestern und Laien (UNIO) kann die Evangelisation der Welt gelingen. Die Laien sind „Frauen und Männer“ der Kirche inmitten der Welt und Frauen und Männer inmitten der Kirche“. Ihnen kommen Aufgaben zu, die von den Priestern und der geordneten Hierarchie nicht zu lösen und zu bewältigen sind. Ohne Mitwirkung von Laien kann das Apostolat nicht voll entfaltet werden. Der Heilige Vinzenz musste über hundert Jahre warten, ehe seine Gedanken von einem Konzil – nach dem er schon zu seinen Lebzeiten verlangt hat – von der Kirche angenommen wurden. Die Sekunden der Ewigkeit gehen halt doch langsamer.

Doch die Dynamik und Unruhe des Heiligen

sind heute noch unser Pulsschlag und unser Leben, auch unsere Freude und unsere Verantwortung. Sein Traum ist keine fest gefügte Lehre und kein dogmatisches System, sondern der lebendige Jesus. Wir träumen mit dem Heiligen von einer Kirche ohne Zuschauer, von einer Welt aus dem christlichen Engagement der Liebe. Vinzenz Pallotti ist eine Heiliger, ein Stern über dem beginnenden Jahrtausend. Er führt uns in das Licht Gottes.